Thema:

Freiwilliger Verzicht auf Steingärten

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Die Stadtverordnetenversammlung bittet den Magistrat, durch geeignete Maßnahmen, wie Berichte, Workshops, Begehungen und insbesondere das eigene bauliche Handeln die Bürgerinnen und Bürger zu informieren, motivieren und aufzuklären, wie man seinen (Vor-)Garten insektengerecht und angepasst an das Klima gestalten könnte und so einer weiteren Ausweitung von sog. „Steingärten“ vorbeugen kann. Dies soll auf freiwilliger Basis geschehen. Zwingende Auflagen bzw. Verpflichtungen sind nicht vorgesehen.

Begründung:

Durch geeignete Maßnahmen sollen Grundstücksbesitzer informiert werden, wie man seinen Garten insektengerecht gestalten kann. Schauen wir uns privaten Gärten an, so müssen wir manchmal eine Verarmung der Lebensräume für Insekten feststellen. In sterilen Stein- und Schotter-(Vor)Gärten werden keine Bienen summen oder sich Schmetterlinge niederlassen. Sie enthalten wenig oder gar keine Pflanzen. Häufig werden zudem Neophyten gepflanzt, die sich außerhalb des Gartens ausbreiten und die heimischen Pflanzen verdrängen und hiesigen Tieren kaum oder gar keine Nahrung bieten. Zudem stammen die verwendeten Steine meist nicht aus dem heimischen Steinbruch, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit überwiegend aus China oder Indien. Gerade Vorgärten und kleine Grünflächen haben eine besondere Bedeutung für die Artenvielfalt und das Klima in der Stadt. Sie bilden ökologische Trittsteine für Pflanzenarten, Insekten und Vögel, die auf der Suche nach Nahrung und Nistplätzen von Trittstein zu Trittstein wandern. Grünflächen liefern saubere, frische Luft. Kies- und Steinflächen heizen sich dagegen stärker auf, speichern Wärme und strahlen sie wieder ab. Für das Stadtklima wird die Zunahme an Kies- und Steingärten zum Problem, vor allem, wenn zusätzlich notwendige Kaltluftschneisen durch neue Bebauungen wegfallen. Kritisch sollte in diesem Kontext aber auch der Vorplatz der Stadthalle bzw. des Erwin-Piscator-Hauses betrachtet werden.

Antragsteller: Christoph Ditschler, Lisa Freitag, Dr. Hermann Uchtmann, Hanke Bokelmann